Digitales Arbeiten in der Produktion: Der Connected Worker
Veröffentlicht: 10. Juni 2025
Zuletzt aktualisiert: 15. April 2026
Das Wichtigste in Kürze
Der Connected Worker steht im Zentrum der digitalisierten Produktion. Vernetzt mit Maschinen, Kollegen und Informationssystemen trifft er datenbasierte Entscheidungen in Echtzeit. Gleichzeitig bleibt wertvolles Erfahrungswissen durch strukturierte Wissensdokumentation auch bei Personalwechseln erhalten.
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Connected-Worker-Ansatz: Mitarbeitende werden durch digitale Assistenzsysteme, KI-Tools und IoT-Integration Schritt für Schritt durch Prozesse geführt: Fehler sinken, Reaktionszeiten verkürzen sich.
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Connected-Worker-Plattform: ERP-, MES-Daten, Maschinenhandbücher und Arbeitsanweisungen gebündelt in einer Plattform
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Wissenstransfer & Onboarding: Neue Mitarbeitende lernen eigenständig über digitale Leitfäden; erfahrene Kollegen sichern ihr Know-how in Wissensartikeln, KI strukturiert die Inhalte automatisch.
Inhaltsverzeichnis
- Digitales Arbeiten in der Produktion: der Connected-Worker-Ansatz
- Fünf Maßnahmen zur Umsetzung des Connected Worker
- Wie schafft der Connected Worker Mehrwerte für Unternehmen?
- Connected-Worker-Plattform und Werkassistenzsysteme im Vergleich
- Fazit: Der Connected Worker als Produktivitätshebel am Shopfloor
Produzierende Unternehmen müssen vielfältige Herausforderungen bewältigen: Fachkräftemangel, geopolitische Krisen, instabile Lieferketten, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie der Druck zur Klimaneutralität, um nur einige zu nennen.
Um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre internen Prozesse und Strategien kontinuierlich optimieren und sich zukunftsorientiert aufstellen.
Ein zentraler Hebel in der Produktion zur Steigerung der Produktivität und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist die Digitalisierung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Connected-Worker-Ansatz, der den vernetzten Produktionsmitarbeitenden ins Zentrum stellt.
Digitales Arbeiten in der Produktion: der Connected-Worker-Ansatz
Digitales Arbeiten in der Produktion ist für die Mitarbeitenden aktuell oft gar nicht möglich: Papierbasierte Dokumentation, fehlende Fachkräfte, fragmentierte Datenlandschaften und fehlende Kommunikationstools stellen die Mitarbeitenden vor hohe Hürden und bremsen die Produktivität.
Der Connected-Worker-Ansatz greift diese Problematik auf und stellt den Mitarbeitenden in den Mittelpunkt der modernen, digitalisierten Produktion. Der vernetzte Arbeitende nutzt verschiedene digitale Werkzeuge, um seine täglichen Aufgaben effizient, flexibel und präzise zu erledigen. Er steht dabei in ständigem Austausch mit Maschinen, Prozessen, Informationen und seinen Kollegen. Ob Automatisierungs-Tools, Internet of Things (IoT), KI oder intelligente Wissensmanagement-Lösungen – der vernetzte Arbeitende integriert und nutzt diese Systeme, um Arbeitsprozesse weiter zu optimieren und die Produktivität der Fertigung nachhaltig zu steigern. Dadurch kann er schneller auf Veränderungen reagieren und datenbasierte Entscheidungen treffen.
Der Connected Worker: Der Business-Guide
Der Connected-Worker-Ansatz konzentriert sich auf die Digitalisierung vorhandener Informationen, die Optimierung der Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und die Sicherung von Wissen, um Verluste zu vermeiden.
Fünf Maßnahmen zur Umsetzung des Connected Worker
Die Vision des Connected Worker basiert darauf, Produktionsmitarbeitende durch moderne Technologien und innovative Ansätze optimal zu unterstützen und die Arbeitswelt in der Produktion nachhaltig zu verändern. Der Weg dorthin erfordert eine konsequente Digitalisierung von Prozessen, eine intelligente Vernetzung von Informationen, Maschinen und Mitarbeitenden sowie den gezielten Einsatz neuer Technologien, wie z. B. Künstliche Intelligenz.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, die Effizienz und Effektivität des Connected Worker weiter zu steigern. KI-gestützte Tools können komplexe Daten analysieren, Wissensartikel automatisch strukturieren und eine intuitive Interaktion durch natürliche Sprache ermöglichen.
Digitale Dokumentation für Effizienz und Transparenz
Dokumente wie Checklisten, SOPs, Arbeitsanweisungen oder Prüfprotokolle sind integrale Bestandteile des Produktionsalltags. Um Medienbrüche zu vermeiden und die Aktualität von Informationen sicherzustellen, ist es unerlässlich, diese Dokumentation digital zu gestalten. Durch den Einsatz digitaler Lösungen können Mitarbeitende jederzeit Wissen festhalten und eine nahtlose Rückführung ins System ermöglichen, wodurch Informationen konsistent bleiben und Arbeitsprozesse optimiert werden.
Datensilos aufbrechen – Die Connected-Worker-Plattform als zentrale Informationsquelle
Verstreute Informationsquellen wie ERP-, MES-Systeme oder Intranet-Plattformen enthalten wichtige Produktionsdaten, Montageanweisungen und Maschinenhandbücher. Um den Zugang zu relevanten Informationen zu optimieren, müssen diese in einer zentralen Plattform – der Connected-Worker-Plattform – gebündelt werden. Dadurch erhalten Mitarbeiter schnellen und einfachen Zugriff auf alle benötigten Daten, unabhängig von ihrer ursprünglichen Ablage.
Die Connected-Worker-Plattform führt nicht nur alle Informationen zusammen, sondern macht sie durch eine intelligente Suchfunktion, Filteroptionen und geführte Diagnosen gezielt zugänglich. Durch diese zentrale Struktur werden Wissensmanagement und bereichsübergreifende Zusammenarbeit effizienter, während die Arbeitsprozesse insgesamt optimiert werden.
Die fehlende Schicht zwischen Systemdaten und Shopfloor
ERP steuert Aufträge und Ressourcen auf Unternehmensebene, MES übersetzt diese in Fertigungsschritte und sammelt Maschinendaten. Beide Systeme kommunizieren primär untereinander. Die Connected Worker Plattform schließt genau diese Lücke: Sie macht die Daten aus ERP und MES am Shopfloor zugänglich, verständlich und handlungsrelevant für Frontline-Mitarbeitende.Werkerassistenzsysteme als Baustein des digitalen Arbeitens
Im Bereich der Montagearbeiten sind digitale Werkerassistenzsysteme ein zentraler Baustein für die Optimierung und Digitalisierung der Produktion. Diese Systeme nutzen moderne Technologien, um Produktionsmitarbeitende in Echtzeit bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie sind darauf ausgelegt, komplexe Fertigungsprozesse überschaubarer zu gestalten, Fehler zu minimieren und die Effizienz erheblich zu steigern.
Diese, zum Teil KI-gestützten, Expertensysteme leiten Mitarbeitende Schritt für Schritt durch Montageprozesse, prüfen die korrekte Ausführung der Arbeitsschritte und geben bei Abweichungen oder Fehlern sofortiges Feedback. Dadurch wird nicht nur die Qualität der Produkte verbessert, sondern auch der Schulungsaufwand für neue oder unerfahrene Mitarbeitende reduziert.
Effiziente Kommunikation durch digitale Tools
Eine effiziente Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für eine reibungslose Zusammenarbeit. Mit speziellen Kommunikations-Apps können Connected Worker nicht nur auf alle relevanten Informationen zugreifen, sondern auch direkt miteinander in Kontakt treten. Kommt es beispielsweise zu Problemen an einer Maschine, kann diese über Chats oder ein Expert-Matching-System an den richtigen Ansprechpartner weitergeleitet werden. Dabei sollte die App höchsten Anforderungen an die Datensicherheit entsprechen, um IT-Richtlinien zu erfüllen. Gängige Chat-Lösungen, die nicht für den Produktionsbereich entwickelt wurden, sind hier keine geeignete Alternative.
Der Connected Worker ermöglicht nahtlose Kommunikation und den Austausch von Fertigungsdaten mit R&D, QA oder Kundenservice. Eine gemeinsame Datenbasis optimiert die Abstimmung zwischen Vertrieb und Produktion, erhöht Transparenz und verbessert Entscheidungen.
Expertenwissen erfassen und Onboarding
Das wertvolle Wissen erfahrener Mitarbeitenden, das sich über Jahre hinweg angesammelt hat, ist eine unverzichtbare Ressource. Um den Verlust dieses Wissens durch Renteneintritte oder Personalwechsel zu verhindern, sollten Produktionsmitarbeitende einfache Möglichkeiten haben, ihr Know-how zu dokumentieren.
Wissensartikel bieten hierfür ein ideales Format, da sie spezifische Informationen wie Reparaturhinweise oder Expertentipps schnell und unkompliziert festhalten. Moderne KI-Technologien können diesen Prozess unterstützen, indem sie Inhalte automatisch zusammenfassen und in eine strukturierte Form bringen. So wird sichergestellt, dass wertvolles Wissen nicht verloren geht, sondern für die gesamte Belegschaft zugänglich bleibt.
Das im täglichen Betrieb gewonnene Wissen kann in Form von Wissensartikeln und Leitfäden festgehalten und digital zugänglich gemacht. Dadurch wird Wissenstransfer vereinfacht. So bleibt wertvolles Know-how auch bei Personalwechseln erhalten und wird kontinuierlich erweitert.
Die Einführung des Connected-Worker-Konzepts bringt einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise von Frontline-Mitarbeitenden mit sich. Um diese Veränderung erfolgreich umzusetzen, ist eine umfassende Schulung der Mitarbeitenden unverzichtbar. Ziel ist es, die Akzeptanz neuer Technologien zu fördern und die Mitarbeitenden darauf vorzubereiten, die digitalen Werkzeuge effektiv zu nutzen. Nur wenn die Belegschaft gut geschult ist, können die Potenziale des Connected Worker vollständig ausgeschöpft werden.
Eine zentrale Connected-Worker-Plattform ermöglicht neuen Mitarbeitenden eigenständiges Lernen und verkürzt die Einarbeitungszeit. Digitale Assistenzsysteme und KI-gestützte Lösungen steigern zudem die Arbeitgeberattraktivität, fördern Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit – ein wichtiger Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.
Connected-Worker-Plattform und Werkassistenzsysteme im direkten Vergleich
Wie schafft der Connected Worker Mehrwerte für Unternehmen?
Der Connected Worker vernetzt Mitarbeitende, Maschinen und Informationen in Echtzeit und macht Produktion damit effizienter, fehlerärmer und widerstandsfähiger. Dadurch werden ungeplante Stillstände minimiert und Produktionsfehler sowie Ausschuss reduziert.
Bei Störungen greift der Connected Worker sofort auf relevante Informationen, geführte Fehlerdiagnosen und strukturierte Lösungsansätze zu. Das verhindert Fehlbedienungen, verkürzt Reparaturzeiten und erhöht die Maschinenverfügbarkeit, sodass für einen reibungsloseren Produktionsablauf gesorgt ist.
Durch smarte Checklisten, digitale Schichtübergaben und präzise SOPs werden Produktionsprozesse effizient dokumentiert und optimiert. Wissen und Best Practices sind jederzeit verfügbar, wodurch Fehlerquoten sinken und Ressourcen besser genutzt werden. Vergangene Aufträge dienen als Wissensbasis, was zu kontinuierlicher Verbesserung und höherer Produktionsleistung führt.
Fazit: Der Connected Worker als Produktivitätshebel am Shopfloor
Der Connected-Worker-Ansatz ist ein entscheidender Schritt für produzierende Unternehmen, um in einer zunehmend digitalen und wettbewerbsintensiven Welt erfolgreich zu sein. Durch die Vernetzung von Mitarbeitern, Maschinen und Informationen können Unternehmen ihre Prozesse optimieren, Kosten senken und die Mitarbeiterzufriedenheit steigern.
Die Connected-Worker-Platform von Empolis revolutioniert das digitale Arbeiten in der Produktion. Dank der KI-basierten Wissensmanagementlösung haben Sie zentralen Zugriff auf alle relevanten Informationen, optimieren die Zusammenarbeit, beschleunigen die Fehlerbehebung und sichern wertvolles Mitarbeiterwissen – für mehr Effizienz und Produktivität.
FAQs
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Der Connected-Worker-Ansatz richtet den Fokus darauf, den Menschen mit den richtigen Informationen, Werkzeugen und Kommunikationskanälen zur richtigen Zeit auszustatten und stellt damit den Produktionsmitarbeitenden in den Mittelpunkt der Digitalisierung.
In der Praxis heißt das: Papierbasierte Dokumente weichen digitalen Checklisten und SOPs, Erfahrungswissen wird in Wissensartikeln gesichert und Werkerassistenzsysteme führen Mitarbeitende Schritt für Schritt durch Montageprozesse. KI übernimmt dabei Aufgaben wie die automatische Strukturierung von Inhalten oder die intelligente Suche.
Der Connected-Worker-Ansatz adressiert damit mehrere Herausforderungen gleichzeitig: Fachkräftemangel wird durch schnelleres Onboarding abgefedert, Produktionsfehler sinken durch geführte Prozesse und das Wissen ausscheidender Mitarbeitender bleibt erhalten.
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Eine Connected-Worker-Plattform konsolidiert alle produktionsrelevanten Datenquellen wie Fertigungssteuerung, Qualitätsdokumentation Maschinendaten und Montageanleitungen in einem einzigen, rollenbasierten Zugriffspunkt für Mitarbeitende am Shopfloor: Suche, Kommunikation und Prozesssteuerung laufen anders als bei Einzellösungen über dieselbe Oberfläche ohne Systemwechsel.
Weil die Connected-Worker-Plattform modular aufgebaut ist, lässt sie sich schrittweise in gewachsene IT-Landschaften einbetten, damit bestehende ERP- oder MES-Systeme angebunden werden. Einzelne Funktionsbausteine wie Werkerassistenz, digitale Schichtübergabe oder Wissensmanagement können unabhängig voneinander aktiviert werden.
Auf Unternehmensebene schafft die gemeinsame Datenbasis Transparenz über Abteilungsgrenzen hinweg: Qualitätssicherung, Entwicklung und Vertrieb arbeiten auf denselben Fertigungsdaten. Dadurch verkürzen sich Abstimmungsschleifen, Entscheidungen werden schneller und auf einer belastbareren Grundlage getroffen.
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Der Connected-Worker-Ansatz hebt die Produktivität der gesamten Belegschaft, weil er Fehlerquellen, Wissenslücken und Kommunikationsbrüche strukturell beseitigt.
Ungeplante Stillstände werden durch geführte Fehlerdiagnosen kürzer, Ausschussquoten sinken durch fehlerresistente Montageprozesse und neue Mitarbeitende erreichen früher ihre volle Produktivität, weil Onboarding in der Plattform verankert ist.
Mittel- bis langfristig entscheidet der Ansatz auch über die Arbeitgeberattraktivität: Wer moderne Arbeitsbedingungen in der Fertigung bietet, hat im Wettbewerb um knappes Fachpersonal einen strukturellen Vorteil.